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Inhaltliche Schwerpunkte

Die von der Bundesnetzagentur spezifizierten einheitlichen Geschäftsprozesse zur Abwicklung der Belieferung von Kunden mit Strom / Gas (GPKE, GeLi Gas), zur Durchführung der Bilanzkreisabrechnung Strom (MaBiS) und die Wechselprozesse im Messwesen (WiM) regeln, neben den einzelnen Prozessen im Detail, vor allem die für die Kommunikation der Marktpartner erforderlichen Datenbeschreibungen. Auf dieser Basis werden u.a. Wechselprozesse, die zugehörige Netznutzungsabrechnung sowie der damit verbundene elektronische Datenaustausch auf Basis staatlich vorgegebener Nachrichtentypen spezifiziert. Die notwendigen Datenformate werden in den entsprechenden Richtlinien des BDEW beschrieben. Dieses gibt jedem Markpartner das Recht, die in der GPKE, GeLi Gas, MaBiS und WiM formulierten Regeln für sich zu beanspruchen.

In den GPKE, GeLi Gas, MaBiS und WiM werden die Abläufe zwischen den Marktpartnern beschrieben, sowie die genauen Nachrichtentypen für jeden Prozessschritt definiert, der einen Daten- oder Nachrichtenaustausch beinhaltet. Für den Datenaustausch wurde eine Klasse maschinell lesbarer Nachrichtentypen definiert, die nach dem branchenübergreifenden internationalen Standard EDIFACT aufgebaut sind. Beispiele dieser Nachrichtentypen aus der Energiewirtschaft sind UTILMD, MSCONS, CONTRL, INVOIC und REMADV. Die Energieversorger haben in der Vergangenheit in ihrer Systemlandschaft alle notwendigen Voraussetzungen geschaffen, um die Geschäftsprozesse und insbesondere den elektronischen Datenaustausch entsprechend GPKE, GeLi Gas, MaBiS und WIM umzusetzen. Für die systemtechnische Unterstützung dieser implementierten Prozesse werden derzeit bei den Energieversorgern unterschiedliche IT-Systeme für verschiedene Aufgabenstellungen im Rahmen einer integrierten IT-Landschaft eingesetzt.[BW1] 

Hierzu zählen u.a.

  • Abrechnungssysteme (hier SAP IS-U) für Aufgaben des normalen Geschäftsbetriebes wie Stammdatenpflege, An- und Abmeldungen, usw. bezogen auf die Kunden. Vor allem werden hier auch die Service-Anbieter und ihre Kommunikationsdatenblätter hinterlegt.
  • Konvertierungssoftware (z.B. SAP PI, Seeburger, Inubit, etc.) für Aufgaben bzgl. der Überprüfung von Syntax- und Inhaltsfehlern laut allgemeinen Vorgaben des BDEW gemäß edi-energy.de, inkl. Dokumentation und Archivierung des Datenaustausches. In diesem System findet vor allem auch die Konvertierung von IDOC in EDIFACT und umgekehrt statt.
  • E-Mail Systeme (z.B. MS Outlook, IBM Notes, Group Wise, etc.) für Aufgaben bzgl. des reinen E-Mail-Verkehrs.
  • EDM Systeme (Energiedatenmanagement)
  • Energiehandelssystem (Energie Trading)
  • Elektronische Zählerdaten (z.B. Fröschel, Siemens, …)
  • Asset Management Systeme (SAP IS-U , Robotron…)
  • Datenbanken fuer Messwerte (DTS , robotron …)

 

Daraus ergeben sich folgende Aufgaben/Herausforderungen:

  • Die BNetzA Geschäftsprozesse werden regelmäßig angepasst und müssen organisatorisch und prozessual umgesetzt werden.
  • Die organisatorischen und prozessualen Änderungen führen zu nachhaltigen Änderungen in IT-Architektur und  einer hohen Frequenz von Release- und Patchanpassungen.
  • Release- und Patchanpassungen erfordern zu jedem 01.04. und 01.10. eines Jahres umfangreiche, zeit- und kostenintensive IT-Projekte, die einen starken Einfluss auf den gesamten IT-Betrieb haben.
  • Diese IT-Projekte führen bedingt durch ihre Regelmäßigkeit zu einer neuen Form von kontinuierlichem Change Management, mit Wirkung auf die Fach- und IT-Abteilungen.
  • Durch die ständige Veränderung von Geschäftsprozessen, der IT-Anwendungen und Landschaft steigt die Fehleranfälligkeit im „Tagesgeschäft“ und führt zu einem nennenswerten Mehraufwand für die gesamte Organisation.

 

Zielsetzung der Arbeitsgruppe

Grundsätzlich ist heute davon auszugehen, dass die Prozesse zur Marktkommunikation an Komplexität steigen und vor allem die Anzahl der Marktpartner zunehmen wird. Auch kommen neue Marktregeln und somit weitere zu implementierende Regeln hinzu.
Im Ergebnis steigt das Volumen des zugehörigen Datenaustausches beträchtlich. Um unter diesen Voraussetzungen handlungsfähig zu bleiben, sind heute neue Vorgehensweisen und Formen zur Ergebnis-Überwachung der Prozessausführung und Prozesssteuerung inklusive der Absicherung spezifizierter Qualitätsmerkmale laut GPKE, GeLi Gas, MaBiS und WiM zu etablieren.

Das generelle Ziel der Arbeitsgruppe Marktkommunikation liegt in der

  • Darstellung der IST-Situation bei den Energieversorgern,
  • der Identifikation von Potentialen in der organisatorischen Umsetzung
  • der Identifikation von Potentialen in der IT-Umsetzung
  • der Formulierung von Anforderung an den Software Hersteller

und in letzter Konsequenz der Bündelung und Kanalisierung unserer Interessen als SAP-Nutzer gegenüber der Bundesnetzagentur.

Aktuelle Themen

Neben den o.g. Sachverhalten beschäftigt sich die AG aktuell mit dem Interimsmodell, MOS Billing sowie der SAP-Mako Cloud.

Zielgruppe

Aufgerufen zum Engagement sind alle Mitarbeiter von Fach- und IT-Abteilungen bei Energieversorgern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz die im Spannungsfeld dieser Herausforderungen nach Lösungen ihrer internen Geschäfts- und IT-Prozessen suchen.

Austausch:

  • direkter Austausch über das Forum im DSAGNet
  • Regelmäßige SAP-Webinare
  • 1x jährlich physisches Treffen