DSAG-Statement zu den Ergebnissen des MINT-Frühjahrsreports 2018

Walldorf, 15.05.2018 -

Dass in den so genannten MINT-Berufen Arbeitskräfte fehlen, ist nicht neu. Das Ausmaß des Problems ist es jedoch. Auch in diesem Jahr hat das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) gemeinsam mit weiteren Bundesvereinigungen den Fachkräftemangel genau unter die Lupe genommen. Das Ergebnis fasst der MINT-Frühjahrsreports zusammen: Bis Ende April 2018 waren bundesweit rund 486.000 Stellen für Mathematiker, Informatiker, Naturwissenschaftler und Techniker unbesetzt. Das sind 13,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Insbesondere in der IT ist die Arbeitskräftelücke stark gewachsen. Allein in den vergangenen vier Jahren hat sich der Bedarf dort mehr als verdoppelt. Ralf Peters, Technologievorstand der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) mit einer Einordnung.

Während die Digitalisierung stark voranschreitet, wird qualifiziertes, spezialisiertes IT-Personal immer wichtiger – das gilt auch im SAP-Umfeld. Die Lücke zwischen Jobangeboten und passenden Experten bremst den technologischen Fortschritt – insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen von Industrie 4.0. Im Kampf um qualifizierte Mitarbeiter und insbesondere Nachwuchskräfte sind Unternehmen deshalb verpflichtet, neue Wege zu gehen.

Sie müssen das Interesse der kommenden IT-Spezialisten für die Arbeit mit Software-Lösungen wecken. Bezogen auf die Arbeit mit SAP sollte in den Köpfen ankommen: SAP ist IT-architektonisch keine in sich weitestgehend geschlossene ABAP-Welt mehr, in der sich die Unternehmen ihren IT-Nachwuchs herangezogen haben. Seit sich SAP die Java-Welt und das Cloud-Computing erschlossen hat, ist der Konkurrenzkampf mit den großen und innovativen App-Entwicklern eröffnet. Auch SAP ist in die angesagte App-Entwicklung eingestiegen. Weg von den klassischen, meist langwierigen Entwicklungszyklen einer Lösung, hin zur agilen Entwicklung mit kurzen Schritten und schnell realisierbaren Erfolgen. Doch nur die wenigsten der kommenden IT-Spezialisten kennen diese Facette.

Hier herrscht ein deutliches Informationsdefizit. Mehr Präsenz der Unternehmen und Software-Anbieter in den Ausbildungsangeboten von Universitäten, Fachhochschulen, allgemeinbildenden Schulen und sonstigen spezialisierten Bildungsstätten könnte helfen. Diese Institutionen sind prädestiniert, dem IT-Nachwuchs das notwendige Rüstzeug mit auf den Berufsweg zu geben. Die Vermittlung vom Wissen um die neuesten Technologien und dem Umgang mit ihnen sollte unbedingt in die Lehrpläne aufgenommen werden. Und der Weg, an Informationen über neue Entwicklungen und die damit verbundenen beruflichen Möglichkeiten zu kommen, muss besser ausgeschildert werden. Die DSAG kann hierbei als Plattform dienen, auf der sich angehende IT-Spezialisten und interessierte Unternehmen über Perspektiven austauschen und zusammenfinden.

Über DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) ist einer der einflussreichsten Anwenderverbände der Welt. Mehr als 60.000 Mitglieder aus über 3.300 Unternehmen bilden ein starkes Netzwerk, das sich vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern und über alle wirtschaftlichen Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) erstreckt. Auf Basis dieser Reichweite lassen sich fundierte Einblicke in die digitalen Herausforderungen im DACH-Markt gewinnen. Die DSAG nutzt diesen Wissensvorsprung, um die Interessen der SAP-Anwender zu vertreten und ihren Mitgliedern den Weg in die Digitalisierung zu ebnen. Weitere Informationen finden Sie unter:

www.dsag.de, www.dsag.at, www.dsag-ev.ch