Neuer DSAG-Vorstandsvorsitzender: Jens Hungershausen

SAP muss seine Versprechen schnell umsetzen

Walldorf, 16.10.2020 -

Auf dem virtuellen Treffen der SAP-Anwender, der DSAGLIVE, wurde der bisherige DSAG-Schatzmeister Jens Hungershausen zum neuen Vorstandsvorsitzenden gewählt. Er folgt auf Marco Lenck, der die DSAG in den vergangenen acht Jahren erfolgreich geführt hat. Das Erbe seines Vorgängers möchte der hauptberuflich als Bereichsleiter IT/CIO und Prokurist des Großhandelsunternehmens MEGA eG tätige IT-Experte fortführen. Auf seiner Agenda: Die Zusammenarbeit mit SAP auf Augenhöhe fortführen, im Interesse der Mitglieder Einfluss auf den Software-Hersteller nehmen und die DSAG weiterentwickeln sowie ihr Angebot ausbauen.

Eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe – das ist es, was sich Jens Hungershausen auch für die Zukunft mit SAP wünscht. Vertrauensvoll und offen sollte der Austausch mit SAP-Chef Christian Klein und dem gesamten SAP-Vorstand sein. „Das Miteinander muss sowohl inhaltlich als auch strategisch auf Augenhöhe stattfinden. Nur dadurch kann ein Mehrwert für beide Seiten geschaffen werden, von dem am Ende unsere Mitglieder und alle SAP-Kunden profitieren“, so der neue DSAG-Vorstandsvorsitzende.

Integration und Harmonisierung weiterhin Topthemen

Ein Anliegen des neuen Vorsitzenden ist es, dass die DSAG-Forderung der Integration des SAP-Produktportfolios auf technischer und semantischer Ebene erfüllt wird. Bezogen auf S/4HANA ist sich der Experte sicher, muss SAP bei der Umstellung noch mehr unterstützen. Die Verlängerung der Wartung für die Kernanwendungen der Business Suite 7 und damit ERP 6.0 bis 2027/2030 hat den nötigen Freiraum geschaffen, der nun effizient genutzt werden muss. „Allerdings passen jahrelange S/4HANA-Projekte nicht in eine agile bzw. hybride Welt. Aus Sicht der DSAG-Mitglieder fordere ich daher, dass SAP ihre Versprechen hinsichtlich der Integration der einzelnen Lösungen, der Harmonisierung der Stammdaten sowie einer einheitlichen User-Experience im Sinne der Anwender schnell und nachhaltig umsetzt“, so der Experte, der bereits seit mehr als 20 Jahren im IT-Umfeld tätig ist.

Mehrwert von S/4HANA teils unklar

In Sachen Digitalisierung ist sich der DSAG-Vorstandsvorsitzende sicher, dass vielen Unternehmen der Mehrwert von S/4HANA noch nicht vollständig bewusst ist. „Digitalisierung hat unterschiedliche Ausprägungen. Realtime-Anwendungen sind eine Voraussetzung für digitale Geschäftsmodelle. Es geht aber auch um Themen wie z. B. organisatorische Anpassungen oder die Anbindung von Anlagen. Diese Zusammenhänge werden entweder unterschätzt oder nicht mit einer S/4HANA-Umstellung in Verbindung gebracht“, meint Jens Hungershausen. Hier ist SAP gefordert, zu zeigen, welchen Mehrwert S/4HANA bieten kann.

Auch bezüglich der Cloud-first-Strategie von SAP, ist die Position des 48-Jährigen eindeutig: „Durch veränderte Geschäftsmodelle werden offene und skalierbare Plattformen notwendig. Doch die Community muss hier erst Vertrauen aufbauen, wobei die DSAG unterstützen muss. Aus Entwicklungssicht kann ich als Anwender mit Cloud-first leben, solange es nicht Cloud-only wird.“ Viele Kunden haben heute weitreichende On-Premise-Landschaften und werden diese nicht kurzfristig aufgeben.

Für viele Neuinvestitionen kann die Cloud jedoch die richtige Stoßrichtung sein. „Ich bin mir aber sicher, dass nicht alle Anwendungen und alle Daten in die Cloud wandern werden. Wichtig ist, dass Sicherheitsbedenken beim Thema Cloud und Plattformen für die DSAG-Mitglieder nicht zum Innovations-Stopper werden“, sagt Jens Hungershausen und ergänzt: „Als DSAG sind wir hier mit unseren Fachvorstandsbereichen sehr gut aufgestellt, um die Anforderungen der Anwender zu adressieren und Zielszenarien mit SAP zu erarbeiten.“

DSAG kontinuierlich weiterentwickeln

Auch die Interessenvertretung selbst muss sich im Kontext der vielfältigen Entwicklungen im SAP-Umfeld kontinuierlich weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, die DSAG weiter zu verändern. Sie muss sich neuen Dingen öffnen“, erläutert Jens Hungershausen, DSAG-Vorstandsvorsitzender. Ein Beispiel ist hier die Zusammenarbeit mit den Hyperscalern und Partnern. Diese möchte der IT-Bereichsleiter und CIO während seiner Amtszeit weiter intensivieren. „Gleichzeitig sehe ich es als Aufgabe der DSAG auch im Eco-System mitzuwirken. Hier fallen mir Beispiele wie GAIA-X oder die Plattform Industrie 4.0 ein“, positioniert sich der IT-Experte. Diese Weiterentwicklung sieht der Vorstandsvorsitzende als essenziell an, um dem Anspruch der DSAG an sich selbst gerecht zu werden, ein maßgebender Orientierungspunkt für Strategie, Information und Erfahrungsaustausch aller Unternehmen im gesamten SAP-Kontext zu sein.

 

 

Zur Person:
Jens Hungershausen ist hauptberuflich Bereichsleiter IT/CIO und Prokurist der MEGA eG. Damit ist er für die gesamte IT-Strategie und alle Prozesse verantwortlich. Nach einer kaufmännischen Ausbildung ist er seit 1999 in der IT der MEGA eG tätig. Seine Hauptaufgaben lagen damals in den SAP-Modulen Sales-and-Distribution, Business-Warehouse, Customer-Relationship-Management und der Programmierung. Ab 2006 war er als Gruppenleiter verantwortlich für alle SAP-Module und seit 2012 hat Jens Hungershausen die Verantwortung für die gesamte IT, erst als Abteilungsleiter und seit 2019 als Bereichsleiter und Prokurist.

Über DSAG

Die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe e. V. (DSAG) ist einer der einflussreichsten Anwenderverbände der Welt. Mehr als 60.000 Mitglieder aus über 3.700 Unternehmen bilden ein starkes Netzwerk, das sich vom Mittelstand bis zum DAX-Konzern und über alle wirtschaftlichen Branchen in Deutschland, Österreich und der Schweiz (DACH) erstreckt. Auf Basis dieser Reichweite gewinnt der Industrieverband fundierte Einblicke in die digitalen Herausforderungen im DACH-Markt. Die DSAG nutzt diesen Wissensvorsprung, um die Interessen der SAP-Anwender zu vertreten und ihren Mitgliedern den Weg in die Digitalisierung zu ebnen. Weitere Informationen finden Sie unter: www.dsag.de, www.dsag.at, www.dsag-ev.ch